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Neue Düsseldorfer Tabelle 2023


Geschwister


Die Düsseldorfer Tabelle ist ein Instrument des deutschen Unterhaltsrechts und gibt Richtwerte für den Unterhalt an, der Kindern nach einer Trennung oder Scheidung ihrer Eltern zusteht. Zum 1. Januar 2023 hat es einige wichtige Aktualisierungen gegeben, die folgende Kernbereiche betreffen:

  1. Bedarfssätze für minderjährige und volljährige Kinder: Die Beträge, die als Mindestunterhalt für Kinder aller Altersstufen gelten, wurden erhöht. Zum Beispiel stieg der Mindestunterhalt für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr von 396 Euro auf 437 Euro und für Kinder ab dem 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit von 533 Euro auf 588 Euro. Diese Erhöhung spiegelt die Anpassungen in den unteren Einkommensgruppen der Tabelle wider, und auch die höheren Einkommensgruppen sehen eine proportionale Anhebung.

  2. Unterhalt für studierende volljährige Kinder: Der Bedarfssatz für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, stieg von 860 Euro auf 930 Euro. Das könnte weiterhin nach oben angepasst werden, wenn die Lebensverhältnisse der Eltern dies rechtfertigen.

  3. Anrechnung des Kindergeldes: Das Kindergeld, das auf den Unterhaltsbedarf angerechnet wird, erhöhte sich einheitlich auf 250 Euro pro Kind. Dies stellt eine Erhöhung um 31 Euro für das erste und zweite Kind und um 25 Euro für das dritte Kind dar.

  4. Selbstbehalt: Der Selbstbehalt – also der Betrag, der einem unterhaltspflichtigen Elternteil mindestens verbleiben muss – wurde ebenfalls angehoben. Für nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige stieg dieser von 960 Euro auf 1.120 Euro und für Erwerbstätige von 1.160 Euro auf 1.370 Euro, wobei bereits Wohnkosten inbegriffen sind.

Die Anpassungen in der Düsseldorfer Tabelle erfolgen, um die Unterhaltsleistungen an die wirtschaftlichen Veränderungen anzupassen, wie etwa an die Inflation oder an Veränderungen im Sozialrecht (hier beispielsweise die Einführung des Bürgergeldes).

Die Verwendung der Tabelle und der Leitlinien dient dazu, die Berechnung des Unterhalts zu vereinfachen und eine einheitlichere Rechtsprechung zu gewährleisten, indem auf allgemeine Lebenserfahrung zurückgegriffen wird, um den Unterhalt in Normalfällen gerecht zu bemessen.

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